Fernschule für Tontechnik & Musikproduktion

Wie geht elektronische Musik live?

Die am häufigsten gestellte Frage vieler Produzent:innen im elektronischen Tanzmusikbereich lautet vermutlich: „Wie bekomme ich meine selbstproduzierte Musik aus dem Studio in die Clubs oder auf die Bühne?“

Im folgenden Blogartikel zeigen wir dir vier verschiedene Arten und Beispiele des DJing von Basic bis Advanced und wie du deine Produktionen aus dem eigenen Schlafzimmer auf die Bühnen bekommst.

Computer und Controller

Der unserer Meinung nach einfachste Weg ist, denselben Computer zu verwenden, mit dem du die Tracks produziert hast. Dieser wird als Wiedergabegerät zusammen mit einem DJ-Controller und der passenden Software dazu benutzt, die Musik aus der Software abzuspielen bzw. aufzulegen. Dazu haben wir uns das Beispiel von Native Instruments mit der dazugehörigen Software „Traktor“ und dem DJ-Controller Native Instruments „Traktor Kontrol“ ausgesucht. Hier ist es so, dass du lediglich die Software zu dem dazugehörigen Controller auf dem Rechner installierst, die Tracks von der Software analysieren lässt und schon zusammen mit dem DJ-Controller auf großen Bühnen auflegen kannst. Einige sehr bekannte DJs, die diese Art des DJing nutzen, sind „Zedd“ oder auch „Robin Schulz“ – bevor er auf CDJs von Pioneer gewechselt ist. Mit diesem Setup hast du also die Möglichkeit, sofort von deinem Schlafzimmer aus direkt auf der großen Bühne durchzustarten.

Pioneer CDJs in Kombination mit einem Pioneer DJ-Mixer und der Software „Rekordbox DJ“

Die etwas fortgeschrittenere, aber immer noch sehr einfache Variante wäre, mit sogenannten CDJs in Kombination mit einem Pioneer DJ Mixer die Tracks aufzulegen. CDJs sind spezielle für DJs entwickelte Musikplayer der Firma Pioneer, mit denen Songs über emulierte Vinyl-Plattenspieleroberflächen gesteuert werden. Hierbei wird die Musik vorher von der dazugehörigen Software „Rekordbox DJ“ analysiert und ein am CDJ eingesteckter USB-Stick als Wiedergabemedium verwendet.

Komplexes Live Set basierend auf Pioneer CDJs

Bei dieser Möglichkeit muss ein klein wenig mehr Vorarbeit geleistet werden. Zuallererst
musst du deine zuvor produzierte oder gekaufte Musik mit der speziell für die CDJs
gemachten Software „Rekordbox DJ“ analysieren, um diese korrekt auf den Playern
abspielen zu können. „Rekordbox DJ“ bietet dir die Möglichkeit, die Tracks nach Genre,
BPM (Beats per Minute) oder Tonart u.v.m. zu sortieren. Nachdem deine Musikbibliothek
analysiert wurde, müssen die Lieder nun auf einen USB übertragen und zu guter Letzt nur noch in einen kompatiblen CDJ von Pioneer gesteckt werden. Bei den neuesten Mixern von Pioneer ist es möglich, gleich 6 dieser Player gleichzeitig laufen zu lassen und so
verschiedene Tracks, Stems oder Loops zusammenzumischen.

Einbindung von Ableton Push

Die Tracks als DJ zu mixen und mit Effekten zu versehen, macht zwar viel Spaß, aber die
eigenen Tracks mit Controllern live zu performen, Sounds und Loops neu zu gestalten und
so bei jeder Performance einzigartige Versionen zu erschaffen – das ist nochmal ein
anderes Level. Für die Künstlerinnen und Künstler ist es aufregend, Musik im Moment zu
erschaffen, aber auch für das Publikum bietet es eine Menge Spannung, mitzuverfolgen, wie sich bekannte Songs durch Variationen beim Arrangement und den Einsatz von neuen
Effekten oder Sounds in neue Tracks verwandeln, die sie vorher noch nie gehört haben.
Eine recht simple Möglichkeit, fertige Produktionen spielbar zu machen, bietet dir „Ableton Push“. Bei Push handelt es sich um den hauseigenen Controller des DAW-Herstellers Ableton, der eine reibungslose Integration in die DAW „Ableton Live“ bietet.

Leuchtende Pad-Matrix von Ableton Push

Die Tracks als DJ zu mixen und mit Effekten zu versehen, macht zwar viel Spaß, aber die
eigenen Tracks mit Controllern live zu performen, Sounds und Loops neu zu gestalten und
so bei jeder Performance einzigartige Versionen zu erschaffen – das ist nochmal ein anderes Level. Für die Künstlerinnen und Künstler ist es aufregend, Musik im Moment zu erschaffen, aber auch für das Publikum bietet es eine Menge Spannung, mitzuverfolgen, wie sich bekannte Songs durch Variationen beim Arrangement und den Einsatz von neuen
Effekten oder Sounds in neue Tracks verwandeln, die sie vorher noch nie gehört haben.
Eine recht simple Möglichkeit, fertige Produktionen spielbar zu machen, bietet dir „Ableton Push“. Bei Push handelt es sich um den hauseigenen Controller des DAW-Herstellers Ableton, der eine reibungslose Integration in die DAW „Ableton Live“ bietet.

Welche Funktionen es hier genau gibt, zeigen wir dir am HOFA-College beispielsweise im Themenkurs Producing Electronic Music Hip-Hop. Hier lernst du anhand von professionellen Musikprojekten, mit welchen Effekten du bestimmte Sounds erzeugen kannst und wie du das Maximum aus deiner DAW herausholst. Dieses Wissen kannst du dann eins zu eins auf die Bühne übertragen – denn wenn du deinen Track z. B. in Ableton Live produziert hast, kannst du exakt dieselben Effekte oder Spuren verwenden wie im Produktionsprozess. Hier sind dir keinerlei Grenzen gesetzt, wobei du natürlich immer die CPU-Auslastung im Blick behalten solltest.  
Ableton Live auf der Bühne im Session-View

Software trifft auf Hardware

Damit kommen wir zur nächsten Stufe der Live-Performance – dem Einbinden verschiedener Hardware-Geräte. Auch wenn man das oftmals vernachlässigt, muss man sich bewusst sein, dass die Live-Arbeit mit dem Computer auch immer ein gewisses Risiko mit sich bringt. Wie oft passiert es, dass der Computer in Situationen, in denen nichts schiefgehen darf, einmal streikt, obwohl es im Vorfeld immer geklappt hat? Um sich dahingehend abzusichern, die CPU-Belastung zu reduzieren, aber auch das Live-Setup zu erweitern, ist es optimal, mit externen Hardware-Geräten wie Sequencern, Drum-Machines und Synthesizern zu arbeiten. Das ist allerdings die Königsdisziplin im Live-Setup und benötigt daher auch eine Menge Vorbereitung und Übung.

Wir bewegen uns hier auf dem Level von Liveacts wie „Paul Kalkbrenner“, „Kiasmos“ oder „Ben Böhmer“. In deren Livesets finden sich neben Ableton Live diverse Effektpedale, Analogmischer, Synthesizer wie der „Korg Minilogue“ oder der „Roland Juno-60“ und noch
vieles mehr.

MIDI-Controller im Live-Setup

Durch die Verbindung von Software und analoger Hardware kannst du dein Equipment aus dem Studio direkt einbinden und dir damit ganz neue Möglichkeiten schaffen. Außerdem ist man nicht mehr vollständig von der DAW abhängig und die Performance kann auch bei gefürchteten Computer-Problemen weitergehen.

Diese vier behandelten Workflows sind nur ein Bruchteil der Möglichkeiten, deine Musik auf die große Bühne zu bringen. So kann z. B. in Betracht gezogen werden, noch mehr Hardware anzuschließen und diese mit der eigenen Lichtshow zu koppeln. Hier heißt es: experimentieren und herausfinden, welcher Workflow zu dir selbst und zu deiner Musik passt.

Weitere Tipps & Tricks zu den Workflows im Bereich der Live-Performance findest du in diesem Online Studio-Workshop: 

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Den Workshop in voller Länge findest du in dem HOFA Themenkurs Producing Electronic Music & Hip-Hop, welcher Teil des HOFA AUDIO DIPLOMA ist.

Autor

Christoph Thiers
Christoph Thiers
Christoph Thiers ist seit über 15 Jahren in der Musikbranche tätig und hat hunderte Produktionen verschiedenster Genres als Recording, Mixing und Mastering Engineer begleitet. Zu seiner breit gefächerten Vita zählen Künstler wie Die Fantastischen Vier, Sarah Connor, Birdy, Nathan Evans, RAF Camora und Boris Brejcha, sowie zahlreiche Auszeichnungen und Chartplatzierungen. Neben Musikproduktion und Studio Management beschäftigt er sich u.a. mit neuen Medienformaten und Artist Development, berät Indie Labels, Künstler und Startups und war an mehreren Software Entwicklungen für die professionelle Musikproduktion beteiligt. In den letzten Jahren hat sich Christoph verstärkt auf immersive Musikproduktion spezialisiert und betreut u.a. Dolby Atmos Mixes für internationale Labelkunden und namhafte Indie Artists.

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