Fernschule für Tontechnik & Musikproduktion

Zum Glück gibts kaputte Gitarren

Was für ein glücklicher Zufall, dass in den Neunzehnhundertsiebzigern die Gitarre meines Vaters einen klaffenden Riss bekam. So wurde mir diese wertlos gewordene Klampfe überlassen – und plötzlich hatte ich immer zu tun. Ich wurde zwar nie ein überragender Gitarrist, aber ich hatte das kaputte Ding jeden Tag in den Händen, kaufte mir irgendwann etwas Wertigeres, und so öffnete sich schließlich die Tür zu überaus spannenden Feldern wie Songwriting, Musikproduktion und Tontechnik.
Ich glaube, ich darf mich als glücklichen Menschen bezeichnen, was nicht bedeutet, dass ich permanent mit einem Lächeln herumlaufe oder nie Kummer habe. Aber für Langeweile oder gar Depressives hatte und habe ich einfach keine Zeit.

Wenn ich jetzt die grundsätzlichen Thesen der immer populärer werdenden Glücksforschung betrachte, dann zeigen sich mir bemerkenswerte Interpretationsmöglichkeiten, warum ich mich eher auf der Sonnenseite des Lebens sehe. Zugegeben, das ist ein eher persönlicher Ansatz. Da du dich jedoch auch fürs Produzieren und Machen von Musik interessierst, scheint mir ein lohnender Transfer auf dein Leben gar nicht so weit hergeholt.
Hier drei Thesen der Glücksforschung, die sich wie ein roter Faden durch verschiedene Studien ziehen und prima mit dem harmonieren, was ich dir begreiflich machen will:

1. Glück braucht Sinnhaftigkeit und Wertschätzung

Musik ist so alt wie die Menschheit und immer noch ein hochaktuelles Thema. Es ist wohl wenig spekulativ, zu behaupten: Solange es Menschen gibt, wird Musik eminent wichtig sein. Schon allein das lässt es mir sinnvoll erscheinen, mich mit möglichst vielen Aspekten der Musik zu beschäftigen und gerne Zeit damit zu verbringen. Genau in diesem sich beständig weiterentwickelnden Arbeitsfeld meinen Lebensunterhalt verdienen zu dürfen, empfinde ich als wertvolles Privileg.
Wenn ich an meinen Songs oder für Kunden arbeite, dann ist das für alle Beteiligten auf jeden Fall ein wichtiger und sinnhafter Zeiteinsatz, den alle ernst nehmen. Es wird erst aufgehört, wenn wirklich alles passt, und diese gelebte Leidenschaft erzeugt automatisch ein positives Gefühl und konstruktives Feedback.

2. Kreativität und Fokussierung machen glücklich

Experten sind sich darüber einig, dass jeder kreativ sein kann, und diese Fähigkeit, Neues zu schaffen, zu unserem Wohlbefinden beiträgt. In diesem Zusammenhang fällt dann auch der Begriff „Flow“, wenn sich jemand gänzlich auf das einlässt, was er gerade tut. Messbar ist dies mit der Hirnstrommessung (EEG), und interessanterweise gleichen sich die Messergebnisse von Meditierenden und Musikschaffenden.
Mir fällt ständig auf, dass für mich die Zeit im Studio ähnlich schnell verstreicht wie früher beim Spielen als Kind. Wenig überraschenderweise zeigen EEG-Kurven spielender Kinder auch diesen angenehm entspannten Flow-Zustand.

3. Glück ist übertragbar

Da das Miteinander eines unserer ursprünglichsten Bedürfnisse darstellt und sich die Stimmung unserer Mitmenschen oft auf uns überträgt, ist es wichtig, dass unser Umfeld passt.
In den vielen Jahren, in denen ich täglich mit Menschen zu tun hatte, die sich auf unterschiedlichste Weise mit Musik beschäftigen, ist auffällig, dass ich nur äußerst selten mit schlechter Laune, Boshaftigkeit oder Destruktivität konfrontiert wurde. Ganz im Gegenteil: Allen scheint immer bewusst zu sein, dass eine positive Einstellung die unabdingbare Grundlage für gute Ergebnisse bildet.
In diesem Kontext ist auch die zunehmende Anzahl an Publikationen zu sehen, die sich mit dem positiven Einfluss von Musik auf die Resilienz befassen. Für mich ist absolut nachvollziehbar, dass Musikmachen soziale Kompetenzen und das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt. Dies hilft nicht nur, schwierige Lebenssituationen zu meistern, sondern auch, die tägliche Balance zu wahren.

Letztlich sind wir alle süchtig nach Glück. Für unsere Glücksempfindungen machen Forscher die körpereigenen Hormone Endorphin, Oxytocin, Dopamin und Serotonin verantwortlich. Damit wir genug davon in unserem Blut haben, brauchts ein lohnenswertes Ziel und die Fähigkeit, sich für den Weg dorthin zu begeistern. Durch einen glücklichen Zufall in den Neunzehnhundertsiebzigern ist mir beides vergönnt.

Zum Glück gibts Fernkurse von HOFA-College, mit denen du Tontechnik und Musikproduktion ganz einfach zuhause lernst. Alle Infos über unsere Fernschule und die erfolgreichsten deutschsprachigen Tontechnik-Fernkurse findest du hier.

Autor

Jochen Sachse
Jochen Sachse
Jochen Sachse kann auf eine über 30-jährige Berufserfahrung als professioneller Audio-Engineer zurückblicken und ist Geschäftsführer der HOFA GmbH. Seine Arbeit für nationale und internationale Künstler macht ihn und die HOFA-Studios zu einer der ersten Adressen Deutschlands, wenn es um professionelle Aufnahmen, Mix oder Mastering geht. Seit 2005 unterrichtet er Tontechnik am HOFA-College.

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