Fernschule für Tontechnik & Musikproduktion

Erfolgreich Musik produzieren: Mit Profi-Feedback ans Ziel

Ziel jeder Aus- und Weiterbildung ist es, theoretische Inhalte und Fachwissen in der Praxis anzuwenden und dabei Routine, Expertise und Kompetenz zu entwickeln. An dieser Stelle kommen die vielen praktischen Aufgaben ins Spiel, die dir am HOFA-College in unterschiedlichen Themenbereichen zur Verfügung stehen. Dabei geht es natürlich oft, aber nicht ausschließlich um Mixing und Mastering – es werden auch spezifischere Themen wie bspw. Akustik, Filmton, Game Audio oder Musikbusiness behandelt. Die Schwerpunkte der Aufgaben können dabei stark variieren, sodass ein breites Spektrum an Fachwissen vermittelt wird und du im Laufe deiner Kurslaufzeit optimal ausgebildet wirst.

Verschiedene Themenbereiche und Praxisaufgaben

Die Praxisaufgaben orientieren sich an den entsprechenden Themenbereichen. Hier ein paar Beispiele für die praktischen Aufgaben in den unterschiedlichen Themenbereichen unserer Fernkurse:

Im Bereich Akustik gilt es, eine raumakustische Planung deines Heimstudios zu erstellen und deine akustischen Arbeitsbedingungen zu optimieren.

Die Welt der Spiele zeigt eine andere Seite der Ton- und Musikproduktion. Im Themenbereich Game Audio erhältst du Einblicke in die Vertonung von Videospielen. In der Praxisaufgabe kannst du ein für HOFA-College exklusiv programmiertes Spiel zum Leben erwecken. Erstelle Dialoge, kreiere einen DAW-Sound und implementiere diesen per Middleware in das Spielgeschehen. Bei der Analyse deiner Arbeit schauen wir uns dein Werk genauer an und gehen auf die Implementierung des Sounds, aber auch die kreativen Parts wie bspw. die Aufnahmen und das Sound Design ein.

Der Bereich Filmton setzt eigene Schwerpunkte. Im Idealfall sollten Bild und Ton Hand in Hand gehen, um die Eindrücke des bewegten Bilds passend zu vermitteln. Die Aufgaben dieses Kurses umfassen neben klassischem Dialog-Editing und Sound Design auch die Vertonung und Bearbeitung eines Imagefilms.

Neben den tontechnischen und kreativen Aspekten sind auch die Verbreitung und Vermarktung ein wichtiger Faktor für den Erfolg einer Produktion. Mit diesen Themen beschäftigen sich die Praxisaufgaben im Themenbereich Musikbusiness. Dabei lernst du etwa, worauf es bei einer Angebotskalkulation ankommt und wie eine Release-Planung idealerweise ablaufen sollte.

Weitere auf das Thema abgestimmte Praxisaufgaben erhältst du auch in den Themenbereichen Recording, Musiktheorie & Songwriting oder Musikvideo-Produktion.

Neben den Praxisaufgaben, die sich am jeweiligen Themenkurs orientieren, hast du im Verlauf deines Kurses auch die Möglichkeit, eigene Produktionen zur Auswertung einzureichen. In den Themenkursen rund um das Thema Producing ist dies bspw. auch explizit gewünscht, sodass deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind.

Professionelles Feedback zu deinen Praxisaufgaben

Alle Praxisaufgaben werden von einem Team aus erfahrenen Audio Engineers und Tutoren individuell beurteilt und ausgewertet. Dadurch erhältst du professionelles Feedback, wertvollen Input und hilfreiche Tipps zu deiner Arbeit. Aufgrund der vielfältigen Hintergründe finden sich im gut geschulten HOFA Team für jeden Themenbereich immer genau die richtigen Spezialisten.

Wir möchten dies im Folgenden am Beispiel einer „Mixanalyse“, also einer Analyse im Themenbereich Mixing etwas genauer beschreiben.

Die Mixanalyse

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, handelt es sich bei einer Mixanalyse um die Auswertung und Beurteilung einer von dir erstellten Mischung unter tontechnischen Aspekten. Neben professionellem Feedback im Rahmen einer detaillierten Analyse geben die HOFA-Tutoren auch zahlreiche Tipps und Anregungen, wie du den Klang und das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente noch weiter optimieren kannst. Diese kannst du dann nach eigenem Ermessen umsetzen und entscheiden, ob dir das Ergebnis im Vergleich zur ursprünglichen Version gefällt. Die Mixanalyse erfolgt dabei immer in schriftlicher Form.

Bei vielen Mixing-Aufgaben handelt es sich um Produktionen von renommierten Künstler:innen wie bspw. der Alternative-Band „Die Happy“ oder dem Techno-Produzenten Boris Brejcha. Dabei wird viel Wert auf Abwechslung bei den Genres gelegt, sodass die eigene Komfortzone auch gut und gerne verlassen werden darf.

Das folgende Video zeigt, wie eine Mixanalyse in der Praxis aussehen kann:

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Schwerpunkte bei der Beurteilung

In den ersten Modulen erfolgt die Beurteilung der eingereichten Praxismischungen vor allem in Hinsicht auf eine bestimmte Aufgabenstellung oder auf ein spezielles Themengebiet der Mixpraxis, das vorher im Kurs behandelt wurde. In den fortgeschrittenen Modulen steigen die Anforderungen an den Engineer, wodurch auch der kreative Prozess bei der Erstellung der Mischung eine wichtige Rolle spielen darf. Hierbei liegt der Schwerpunkt auch auf der Erstellung eines ausgewogenen und in sich stimmigen Mixes aus den zur Verfügung gestellten Einzelspuren – ganz so, wie dies im Falle eines Auftrags durch mögliche Kunden der Fall wäre.

Die Analyse der eingereichten Mischungen erfolgt dabei hauptsächlich unter folgenden Gesichtspunkten:

Lautstärke-Verhältnisse: Sind die einzelnen Elemente der Praxismischung – wie etwa die verschiedenen Instrumentengruppen und die Vocals – passend in der Hierarchie der Mischung angeordnet?

Frequenzstaffelung: Sind die einzelnen Elemente hinsichtlich ihrer Frequenzen passend gestaffelt?

Dynamik: Sind dynamische Elemente ausreichend kontrolliert? Wie klingt die Kompression der Einzelspuren und der gesamten Mischung? Sind die verschiedenen Song-Parts passend zueinander gesetzt?

Tiefenstaffelung: Sind die einzelnen Elemente in einer gut klingenden Räumlichkeit platziert und in der Tiefe sinnvoll gestaffelt? Ergänzen sich die unterschiedlichen Räumlichkeiten zu einem stimmigen Gesamtbild?

Frequenzgang der Mischung: Gibt es Über- oder Unterbetonungen bestimmter Frequenzbereiche?

Kreative Aspekte: Jeder Engineer trägt eine eigene Handschrift und setzt dadurch auch eigene Schwerpunkte. Dabei gibt es keine alles umfassende Musterlösung, sodass es gerade hinsichtlich des Genres und der Arbeit mit kreativen Effekten viel Spielraum geben kann. Diese Freiheit ist ja auch genau das, was uns zur Musik hinführt. Wenn hundert Mixing Engineers einen Song mischen, so wird jede Version unterschiedlich klingen, wobei dennoch alle davon funktionieren können!

Referenzmix

Zusammen mit der Analyse deines Mixes erhältst du einen Referenzmix, der in den HOFA-Studios entstanden ist und vom jeweiligen Künstler abgesegnet wurde. Der Referenzmix soll dir beim Vergleich der beiden Mischungen eine Orientierung bezüglich des Klangbilds einzelner Elemente oder des Gesamtmixes bieten. Dazu erhältst du eine genaue Anleitung, wie du die Lautstärke des HOFA-Mixes an die Lautstärke deiner Mischung angleichen kannst, um einen optimalen Vergleich zu ermöglichen.

Visuelle Darstellung deiner Arbeit

In der Analyse erfolgt außerdem eine visuelle Kontrolle deiner Arbeit, um angesprochene Aspekte grafisch darzustellen. Für diesen Zweck wird der HOFA IQ-Series Analyser genutzt. Das Plugin zeigt dabei unter anderem den Frequenzverlauf deiner Mischung. Dadurch lassen sich mögliche Über- oder Unterbetonungen erkennen und erklären. Auf dieser Basis ist es möglich, die gehörten Eindrücke auch visuell nachzuvollziehen. Auf dem Weg zu einem trainierten Gehör ist eine solche Orientierung hilfreich, bis man sich zielsicher auf das eigene Ohr verlassen kann.

Man sollte jedoch nie vergessen, dass ein visuelles Tool primär als Ergänzung dienen sollte und am Ende immer der auditive Eindruck entscheidend ist.

  1. Die obere “Peak-Kurve” zeigt kurzzeitig auftretende Pegelspitzen im Frequenzspektrum zwischen 20 Hz und 20 kHz.
  2. Die untere “Energiekurve” zeigt die durchschnittliche Frequenzenergie des Audiomaterials zwischen 20 Hz und 20 kHz.
  3. Der “Frequenz-Korrelator” zeigt das Stereobild in Abhängigkeit vom Frequenzgang.
  4. Die LUFS-Anzeige gibt Info über die durchschnittliche Lautheit des Audiomaterials.

Den genauen Umgang mit Tools wie dem HOFA IQ-Series Analyser lernst du im Laufe deines Fernkurses.

Ausführliche Mixdokumentation

Eine Mixanalyse zeichnet sich neben dem individuellen Feedback durch eine ausführliche Mixdokumentation aus. Diese bezieht sich immer auf den Referenzmix, der in den HOFA-Studios entstanden ist und erklärt alle relevanten Bearbeitungsschritte. Dazu findest du bspw. Screenshots der verwendeten Plugins, des Mixers und der Lautstärke-, Panorama- und Automationseinstellungen der unterschiedlichen Kanäle und Gruppen.

Alle Themenbereiche und Praxisaufgaben im Überblick
Themenbereich Praxisaufgaben
Recording 2
Mixing 16
Mastering 2
Einstieg in die digitale Audioproduktion 1
Schnitt & Editing 1
Producing Electronic Music & Hip-Hop 1
Producing Pop, Rock & Heavy Rock 1
Drum Programming 1
Sound Design 1
Harmonielehre, Musikwissen & Songwriting 1
Produktion orchestraler Musik 1
Live-Tontechnik 1
Akustik 1
Filmton 1
Musikvideo-Produktion 1
Game Audio 1
Wissenschaftliches Arbeiten 1
Musikbusiness 1

Die Analysen deiner Praxisaufgaben sind ein essenzieller und einzigartiger Bestandteil deiner Tontechnik-Ausbildung am HOFA-College. Ziel ist es dabei, die Stärken und Schwächen deiner Arbeit und Vorgehensweise aufzuzeigen, sodass du deinen Workflow und den Übertrag von der Theorie in die Praxis optimieren und vertiefen kannst. Ebenso gilt es, Inspiration, Orientierung und ein Bewusstsein für Sound und Arbeitsweisen zu entwickeln, um auf professionellem Niveau arbeiten zu können.
Alle 35 Praxisaufgaben sind übrigens im Fernkurs AUDIO DIPLOMA enthalten.

Wenn du weitere Fragen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten am HOFA-College hast, melde dich gerne telefonisch unter +49 7251 3472-222 oder per Mail an college@hofa.de bei uns.

Autor

Simon Götz
Simon Götz
Auf Basis eines Grundstudiums in Musik an der PH Karlsruhe, einer Berufsausbildung zur Fachkraft für Audiotechnik und einer engen Zusammenarbeit mit der Popakademie Mannheim, trat Simon seine Tätigkeit bei HOFA an. Mittlerweile leitet er das HOFA-College Team und hat als Tutor Schwerpunkte im Bereich Support, Workshops oder Fernkurs-Konzeption, aber auch in der Plugins-Abteilung. Mit seiner musikalischen Expertise bringt Simon sich privat bei verschiedenen Bands als Keyboarder und Schlagzeuger ein und darf Live- und Studioprojekte mit Künstlern wie Jon Lord (Deep Purple) oder Chris Thompson (Manfred Mann) zu seiner Vita zählen.

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